Konzept Cantegril
(danke fürs lesen)
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1.1 Vorbemerkung
Viele Einrichtungen der Erziehungshilfe insbesondere aber Projektangebote sind pädagogisch um so wirksamer, je intensiver und flexibler sie sich den komplexen sozialen und emotionalen Problemen der Jugendlichen annehmen können.
Das Erlebnis, noch ungewohnter, naturnaher Zusammenhänge und den daraus ergebender Grenzen und Zwänge helfen den Jugendlichen ihre Lebenseinstellung neu zu ordnen.
Die Entdeckung bisher verborgener Fähigkeiten ohne Ablenkung durch vielfältige Konsumreize bietet Raum, sich selbst zu finden und individuell seine Probleme anzugehen. Dazu gehört vor allem auch körperliche Aktivität, ein ausgewogener, natürlicher Reiz aller Sinnesfunktionen und ein ökologischer Lebensrhythmus.
Mit dem Verschwinden bisheriger Selbstverständlichkeiten verknüpft sich das Ziel, unter dem Begriff "bewußter Leben" den Boden für neue persönliche Normen und Werte zu erschließen und zu festigen.
Unser Leitsatz:
FREIHEIT BEDEUTET VERANTWORTUNG 
1. Beschreibung der Ortschaft
Cantegril liegt an einen Dorfrand dessen Einwohnerzahl sich auf sechzig Personen begrenzt. Die Menschen hier leben fast ausschließlich von der Landwirtschaft im kleinen Rahmen. An der Peripherie liegen die dazugehörigen Versorgungsbetriebe.
Durch die einfachen Lebensbedingungen wird eine gute und hilfsbereite Nachbarschaft gepflegt.
Ein kleiner Supermarkt liegt ca. sechs km entfernt, es gibt in ca. 10km Entfernung einen Zweiradmechaniker, zwei Autowerkstätten, eine Kunsthandwerkergemeinschaft, ein Musikcafe, ein Restaurant, und eine Assoziation, die den hier lebenden französischen Jugendlichen bei der Freizeitgestaltung hilft. Es gibt somit nur schwache Zivilisationsreize, die den Jugendlichen helfen, mit einem neuen, aktiven Sozialverhalten den Ansprüchen gesellschaftlicher Normen und Strukturen zu begegnen.
1.2 Freizeit und Praktika
Freizeitmöglichkeiten
Es sei vorweg gesagt, daß Freizeitaktivitäten keine Selbstverständlichkeit sind, eher, dass die Jugendlichen sich eine Teilnahme erarbeiten, indem sie im häuslichen Bereich Leistungen erbringen oder in den jeweiligen Projekten mitarbeiten. Dies halten wir für die Jugendlichen deshalb so wichtig, da sie auch später durch ihr eigenes Einbringen ihre Zugehörigkeit definieren können.
Es wird hierbei soziale Kompetenz trainiert...
· Skifahren
Eine Familienunternehmung, wenn die Stimmung untereinander besonders gut ist
· Motorradfahren
Bei besonderen Leistungen für die Gemeinschaft oder den Biss, sich ein Mofa selbst zusammen zu schrauben
· Töpfern
Mithilfe beim Brennen und bei Ausstellungen
· Reiten
Tiere versorgen und später bei Reitübungen helfen
· Gleitschirm fliegen
Dafür braucht der Jugendliche gespartes Geld aus Praktikas und Nachbarschaftshilfe
· Judo
Ein Lernschritt, der "geschenkt" bzw. für nötig gehalten wird
· Kino
Helfen beim Auf- und Abbau des Wanderkinos
· Bergwandern
Dafür braucht der Jugendliche einen Erwachsenen,der gerne mit ihm wandern will
· Rugby
Da muß der Jugendliche aufgenommen werden,dies ist also nur möglich, wenn eine Integration angebahnt werden soll
Außerdem möglich:
o Konzerte
o Einladungen von Dorfjugendlichen
o Angeln
o Tischtennis
o Kanu und Kajak fahren
o Unter Anleitung Klettertouren
o Tischtennis
Dass die Jugendlichen nicht in der Lage sind, sich diese Aktivitäten alleine zu verdienen, liegt auf der Hand. Deshalb gibt es unter der Hand die tatsächlichen Bezahlungen.
Die Freizeitgestaltung ist Aufgabe der Jugendlichen selbst. Die Möglichkeit, in eigener Initiative den Freiraum zu füllen, soll durch fertige Angebote und Reize nicht ausgehöhlt werden. Fernsehen wird hier stark reglementiert. Oft sind die Jugendlichen in der Werkstatt oder mit einen Buch zu finden.
Wir verfügen über eine umfangreiche Bibliothek, die durch Freunde und Sponsoren erweitert wird.
Praktikumsstellen
Ein Praktikumsplatz kann nur derjenige erhalten, der sich in der Gemeinschaft als "öffentlich-tauglich" erwiesen hat und der bereit ist, sich den Anweisungen eines Lehrherren unterzuordnen.
o Zweiradmechaniker
o Landwirtschaftlicher Helfer
o Garten- und Landschaftsbauer
o Tischler*
o 1.Zimmermann *
o Maurerhelfer*
o Bauhelfer
o Pferdepfleger
Neben den "echten" Praktikumsstellen gibt es für Jugendliche, die noch nicht in der Lage sind, diese Angebote wahrzunehmen intensive Arbeitstrainings Zeiten, in denen sie das Arbeiten und das Lernen lernen. Teils findet das direkt auf dem Hof statt (siehe*), teils durch Nachbarn, die über die Bereitschaft zur persönlichen Nähe auszeichnen.
1.3 Der Schulunterricht
Der Unterricht findet ausschließlich als Einzelunterricht statt. Die LehrerInnen kommen zu den Jugendlichen. Wurde es so vereinbart, ist der Unterricht Bestandteil der Maßnahme. In der Praxis ist die Bereitschaft der Jugendlichen durch die Reizarmut sehr groß, sich unterrichten zu lassen.
Alle Jugendlichen erhalten auf Wunsch Französischunterricht.
2. Die Aufnahme
2.1 Zielgruppe
Cantegril steht für erziehungshilfebedürftige Jugendliche zur Verfügung, die sich entweder anderen Hilfeangeboten entziehen, oder für die andere Hilfeangebote z.Zt. ungeeignet sind. Eine Auslandsunterbringung kann auch angezeigt sein, wenn Familien- und Milieueinflüsse es dem Jugendlichen unmöglich machen, eine Situation realistisch einzuschätzen und/oder zu ändern.
Es handelt sich dabei regelmäßig um Jugendliche mit erheblichen Schwierigkeiten wie z.B.
Aggressivität
Depressivität
Selbst- oder Fremdgefährdung
Perspektivlosigkeit
Problematische Lebensführung
belastendes Verhalten im Heim oder in der Familie
Obdachlosigkeit ( Trebegängigkeit)
Drogengefährdung
Prostitution
Bedrohung von sexuellen Übergriffen innerhalb des Milieus oder der Familie, die mit den bestehenden Einrichtungen in Deutschland nicht zu verhindern sind
Verwahrlosung ( aggressive, neurotische und sexuelle)
Schulversagen, Schulunlust oder Schulverweigerung
2.1 Aufnahmeunterlagen
Ausführliche Unterlagen erleichtern uns die Möglichkeit, schon im Vorfeld die Eingangssituation eines Jugendlichen zu planen, bzw. zusätzliche Betreuungskontellationen einzuleiten. So kann es manchmal sehr hilfreich sein, dem Jugendlichen eine Vorbereitungsreise zu ermöglichen, um mit ihm im Vorfeld zu überlegen, wie er es vermeiden kann sich gleich " die Erde zu verbrennen" bzw. dem Redebedarf des Jugendlichen einen guten Rahmen zu geben
Zwingend notwendige Unterlagen sind:
Gültige Ausweispapiere
Absicherung der Krankenkasse
Kostenklärung
2.3 Aufnahmesituation
Wir holen die Jugendlichen dort ab, wo sie stehen!! Dies kann sowohl auf einer Erziehungskonferenz möglich sein, als auch direkt aus dem Heim, der Familie, oder dem Milieu
3. Die Mitarbeiter
Bei den Mitarbeitern handelt es sich ausnahmslos um sowohl fachlich als auch persönlich geeignete Personen, die über genügend Praxis Verfügen, um sich flexibel auf die Jugendlichen einzustellen. Die Mitarbeiter nehmen regelmäßig an Fortbildungen und Supervision teil. Zur festen Crew gehören hier:
1 Sozialpädagoge
2 LehrerInnen kommen zum Unterricht
1 Diplompädagogin als Vertretungskraft
1 Elektrotechnikerin (ist hier die Institutsmutter)
Freunde aus verschiedenen Bereichen, die durch ihre berufliche Praxis und durch Fortbildungen im Umgang mit schwererziehbaren Jugendlichen überdurchschnittlich geeignet sind, finden sich während ihres Urlaubs ergänzend ein
Das Projekt legt hohen Wert auf eine familiäre Grundstimmung.
Diese Stellen sind situativ besetzt
1 Tischler
1 KFZ Schlosser
1 Hauswirtschaftsleiter
1 Gärtner
Auch die im Umfeld lebende Nachbarschaft und Nachbarbetriebe fungieren oft als sehr wertvolle "Hilfspädagogen" bei denen die Realität außerhalb der Erziehung im Vordergrund steht.
Wir bieten an, dass die Jugendlichen, solange sie es benötigen innerhalb einer Gemeinschaft in einer 100% Betreuung leben und sich Nischen kaum finden, um alten Verhaltensweisen weiter nachzugehen
3.1 Die Besucher
Cantegril verfügt über ein umfangreiches Netzwerk von Kräften aus anderen Jugendhilfe- und Jugendarbeitseinrichtungen, so dass flexibel durch "Besuche" auf die Gruppenkonstellation eingegangen werden kann, bzw. immer wieder Patenschaften entstehen können
Gleichzeitig leben hier sehr häufig reisende Wandergesellen aus verschiedenen Gewerken
3.2 Vereine
Die Jugendlichen werden nach der Intensivphase angehalten, sich den Normen und Werten eines Vereines anzupassen. Dies geschieht über Freizeitaktivitäten (Angeln, Judo, Boule, Reitverein usw). Durch die guten Erfahrungen der Bevölkerung hier treffen die Jugendlichen auf offene Türen und offene Herzen. Die Sprachbarriere verhindert in der Anfangszeit zu intensive oder sich wiederholende Kontakte
4. Die Pädagogische Arbeit
4.1 Vorwort
Es wäre gänzlich falsch, in der sozial/individualpädagogischen Projektarbeit lediglich einen Erlebnis- oder Abenteueraufenthalt sehen zu wollen.
Cantegril, sein Umfeld und seine Bedingungen, ganz besonders in einem fremden Land, erfüllen nichts mehr als die Funktion eines motivationstherapeutischen Mediums. Dies ist der Rahmen für den gezielten pädagogischen Versuch, eine einerseits ziemlich unausweichliche, anderseits aber auch eine gut überschbare Situation herzustellen. Durch klare und unmittelbar auch einsichtige Sachorientierung, wie: Essen und Trinken bereiten, Tiere versorgen, ausbauen, ernten, Wohnraum schaffen, Fahrzeuge instandhalten, Möbel bauen, anderen helfen, Feuerschutz, Waldwirtschaft und vieles mehr sollen Reflexion und damit regelmäßig auch die Veränderung sozialer Wahrnehmungs- und Handlungsmuster sowie positive Konfliktlösungsstrategien der Jugendlichen ausgelöst werden.
4.1 Die Intensivphase: Eingewöhnungs- und Einstiegsphase
Zu Beginn des Aufenthaltes steht der Aufbau einer ansatzweise tragfähigen Beziehung zu den einzelnen Menschen innerhalb der Lebensgemeinschaft im Vordergrund. Der Jugendliche hat in der ersten Zeit eine besondere Anbindung an eine feste Bezugsperson. Hier werden die ersten Versuche unternommen, den Jugendlichen wieder hörfähig zu machen. Das Leben der Gemeinschaft geht unverändert weiter, was dem Jugendlichen die Möglichkeit gibt, den Wunsch zu entwickeln dazuzugehören.
Eignung und Neigungen werden gemeinsam mit dem Jugendlichen erkundet. Je nach Neigung und Veranlagung führt der Weg über Erprobung eigener Fähigkeiten bereits zum Erlernen neuer Fähigkeiten.
Je nach persönlicher und sozialer Entwicklung wird sehr bald Verantwortung übernommen. In dieser neuen Phase mit größerer Eigenständigkeit soll das Wertgefühl für die eigene Arbeit und deren Bedeutung für die anderen gefördert werden. Das Kennenlernen von Wildpflanzen und Tieren erweckt ein neues Naturverständnis, was den Jugendlichen ermuntert, sich in einem natürlichen Ablauf der Natur wiederzufinden und dem Großstadtdschungel gegenüberzustellen.
4.2 Natürlicher Rhythmus hat heilende Wirkung
Sowohl der Jahreszeitenrhythmus, als auch der des Tages wird den Jugendlichen in soweit angepasst, dass sie sowohl ihre innere Unruhe mildern, als auch darüber zu einer gleichmäßigen Lebensweise finden können. Nach kurzer Zeit erleben die Jugendlichen hierin eine Verlässlichkeit, an der sie ihre Normalität messen können.
4.3 Das Leben auf Cantegril
Das Leben auf Cantegril gestaltet sich einfach und für die Jugendlichen überschaubar. Jeder Jugendliche erhält hier auf Wunsch eine eigene Zuständigkeit. Diese Zuständigkeiten knüpfen sich stark und flexibel an den Bedürfnissen und Defiziten der Jugendlichen. Tierpflege ist hierbei ein bekannterweise probates Mittel, sich Streicheleinheiten zu holen, ohne sich genieren zu müssen.Die Pflege eine schwächeren Mitglieds der Gemeinschaft schafft Selbstwertgefühl und Kompetenz.
Ein Jugendlicher, der einkotet oder einnässt, übernimmt gerne das Wäschewaschen,da er sein augenscheinliches Problem nicht verbergen muß, vielmehr im Mittelpunkt der Grundversorgung für die Gemeinschaft steht.
Das Amt des Werkstattmeisters wechselt des öfteren, weil es zum ersten ein sehr beliebtes Amt ist und zum zweiten das mögliche Machtverhältnis immer wieder von neuem trainiert werden muß. Jedes Werkzeug hat einen umrahmten Platz, was es auch sehr unsortierten Jugendlichen möglich macht, dieses Amt zu versehen.
4.4 Kontakte schließen und pflegen
4.5 Die Werkstatt
Cantegril verfügt über eine gut ausgerüstete Werkstatt für Motorräder und Autos, in der die Jugendlichen je nach Vermögen und Interessenlage den Umgang mit technischen Gerätschaften lernen, und unter Aufsicht und Anleitung Reparaturarbeiten ausführen können.
Cantegril besitzt ebenfalls einen Tischlerwerkstattbereich, der dazu dient, den Jugendlichen Grundkenntnisse des Tischlerhandwerks zu vermitteln.
4.6 Das Leben mit Tieren
Tiere erfüllen die Funktion des schwächsten Gliedes in der Kette. Die Kompetenz des Menschen ermöglicht ihnen ein artgerechtes Leben. Den Jugendlichen dient dies als Bild der eigenen Versorgung. Sie erkennen die Notwendigkeit der Fürsorge für ein schwächeres Glied und können oft daran auch das eigene Fürsorgebedürfnis abschätzen lernen. Auf Cantegril leben z. .Zt. zwei Hunde mit sehr unterschiedlichen Charakteren. Katzen lassen sich wie Kuscheltiere in den Alltag integrieren, sie haben Vorlieben, die die Jugendlichen motivieren, ein positives Miteinander zu finden, unsere Hühner eher nicht...
Ein Nachbar stellt zwei Pferde und zwei Esel ca. vier Mal im Jahr auf das Gelände von Cantegril. Die Tiere werden dann von den Jugendlichen mitversorgt und teilweise unter Anleitung geritten.
4.7 Der Alltag
Im Alltag führt Rhythmus und Flexibilität zur Entspannung und Beruhigung der Jugendlichen. Sie identifizieren sich mit ihrer überschaubaren Umgebung. Es erfolgen Impulse, die eigene Lebensweise zu überdenken. Jeder Jugendliche hat hier im Miteinander einen Schwerpunkt, der ihm soziale Kompetenz entfalten läßt.
Cantegril verfolgt das Ziel, erlebnispädagogisch den Jugendlichen einen Alltag zu vermitteln, der den gleichen Gesetzen unterliegt, wie den Leben in Deutschland.
Die Jugendlichen sollen im lebenspraktischen Bereich ein Training durchlaufen, so daß sie den Hilfeempfänger-Kreislauf durchbrechen können.
Cantegril arbeitet mit einer Psychotherapeutin und einem Psychiater zusammen. Elemente der Therapie fließen in den Alltag ein. Dies ist dann erforderlich, wenn Jugendliche sich als therapieresistent oder -unwillig zeigen.
4.8 Heimfahrten
In der Regel verweilen die Jugendlichen mindestens ein Jahr, oft auch zwei, da eine Krisenintervention oft nicht ausreicht, den Jugendlichen das nötige Handwerkzeug vermitteln, um selbständig einen Milieuwechsel zu vollziehen.
Heimfahrten werden in der Regel mit mindesten einem Betreuer durchgeführt. Sie dienen dem Beistand z.B. auf der Spurensuche, bei Familienbeistand und dem Versuch des Übertragens der neugelernten Handlungskompetenzen.
Heimfahrten werden zu den jeweiligen Hilfeplangesprächen vereinbart
4.9 Elternarbeit
Wenn möglich, versuchen wir die Eltern zur Kooperation zu bewegen. Sind die Eltern hierzu bereit und in der Lage, kann sich oft die Verweilzeit reduzieren lassen. Oft benötigen die Eltern auch Entlastung aus dem "schlechten Gewissen", und Unterstützung, Konsequenz walten zu lassen.
Gegenseitiger Respekt wird angeleitet
Cantegril begleitet aktiv diese Prozesse und steht den Familien auch in zukünftigen Krisen zur Verfügung
4.10 Ferienmaßnahmen
Ferienmaßnahmen werden individuell und meist als Einzelmaßnahme durchgeführt. Hierbei stehen Familien zur Verfügung, die sich qualifiziert haben.
4.11 Beendigung und Überleitung
Ein Jugendlicher verlässt in der Regel Cantegril, wenn die Hauptschulprüfung bevorsteht und der Hilfeplan eine Rückkehr vorsieht. Die Jugendlichen werden durch Praktika so vorbereitet, dass sie in der Lage sind, eine Arbeitsprüfung zu bestehen. Oft wird im Vorfeld eine Ausbildungs- oder Anlernstelle erkundet, so daß dem Jugendlichen die Überleitung leicht fällt.
Es ist jedoch möglich, dass ein Jugendlicher auch hier eine Ausbildung im Rahmen der Europäischen Gemeinschaft absolviert. Dies ist gerade dann angezeigt, wenn Jugendliche in Deutschland kein positives Umfeld erwarten können.
5. Ziele Der Betreuung
5.1 Der Schulabschluß
Zu Beginn werden die Defizite der Jugendlichen erfasst und eine Bestandsaufnahme und Beschulungsplanung erstellt. Im Mittelpunkt steht hierbei ein qualifizierter Schulabschluss, der individuell den Möglichkeiten des Jugendlichen angepasst wird.
5.2 Eigenverantwortlichkeit
Eigenverantwortlichkeit sich selbst und dem Umfeld gegenüber stehen als Hauptziele in der Arbeit mit den Jugendlichen. Sie erkennen Lösungsstrategien, soziale Kompetenz verhilft ihnen einen Arbeitsplatz, eine Wohnung und gute Kontakte zu finden. Die Jugendlichen verlassen den Status eines Hilfeempfängers mit dem Verlassen von Cantegril.
5.3 Das Leben mit Stärken und Schwächen
Das Erkennen und der Respekt von Stärken und Schwächen ermöglicht den Jugendlichen sich im Alltag in Deutschland deutlich besser zurecht zu finden.
5.4 Der Zusammenhalt
Gemeinschaft zuzulassen und positiv zu erleben erhält den meisten Jugendlichen einen Ort des Rückhaltes, der es ihnen leichter macht, eigene Ziele umzusetzen, sich nicht alleine bei schwierigen Entscheidungen zu fühlen und ein "wir" von Cantegril mitzunehmen.
Oft verfügen die Jugendlichen nach einer Betreuung hier über diverse Adressen von Menschen, die sie auf Cantegril kennengelernt haben. Dies verhindert das Abgleiten in alte Verhältnisse und verkörpert eine Stärke, im eigenen Leben nicht allein zu sein
5.5 Betreuung nach Beendigung der Schulausbildung/Volljährigkeit
Cantegril steht den Jugendlichen nach der stationären Betreuung weiterhin zur Verfügung. Dies passiert über Besuche, Internetkontakte und Post
6. Ergänzende Angaben
6.1 Der Pflegesatz
Bis jetzt wird der Pflegesatz für jeden Jugendlichen je nach Leistungsaufwand individuell festgelegt. Wird über einen Träger belegt, gelten die Pflegesatzvereinbarungen des Trägers.
6.2 Berichte
Nach den ersten vier bis sechs Wochen erfolgt ein Bericht, der den Zustand des Jugendlichen beschreibt.
Nach drei Monaten erfolgt ein Bericht und eine Prognose gesetzt, welche Hilfen der Jugendliche im einzelnen benötigt (diese werden in der Regel schon eingeleitet), und wie lange eine Verweildauer angesetzt werden müsste.
Nach sechs Monaten erfolgt ein Entwicklungsbericht des Jugendlichen und die Überprüfung der am Anfang gesetzten Ziele.
Weitere Berichte werden je nach Vereinbarung mindestens aber alle sechs Monate erbracht
6.3 Außergewöhnliche Vorfälle
Außergewöhnliche Vorfälle werden umgehend dem zuständigen Amt mitgeteilt
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